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25. Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Initiative Stolpersteine Dossenheim lädt zum 25. Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein:

Vortrag am Montag, 27. Januar 2020, 20:00 Uhr, Rathaus Dossenheim, Sitzungssaal

Der 27. Januar ist der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Dieses Datum gilt als der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee 1945. Aus diesem Anlass hat die Initiative Stolpersteine Dossenheim einen Vortrag organisiert. Hier eine Einführung: Eleonore Sterling, geborene Oppenheimer (geb. 1925 in Heidelberg, gest. 1968 in Ebersteinburg bei Baden-Baden, ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Baden-Baden) ist Enkeltochter des jüdischen Kaufmanns Bernhard Oppenheimer (* 1845 in Dossenheim, † 1930 in Dossenheim) und seiner jüdischen Ehefrau Auguste Oppenheimer, geb. Reis (*1851 in Hoffenheim, †1931 in Dossenheim). Erst 13 Jahre alt musste sie als Jüdin vor der Nazi-Herrschaft zu Verwandten in die USA fliehen. Ihre Eltern wurden im Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich ermordet.

In ihrer Dissertation an der Columbia Universität in New York (1949) beschäftigte sie sich mit „Antisemitismus in Deutschland von 1789 bis 1819“. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland promovierte sie an der Frankfurter Universität mit ihrer Studie zur „Frühgeschichte des Antisemitismus in Deutschland (1815-1850)“, betreut von dem Sozialphilosophen Max Horkheimer (*1895, † 1973) an der Universität Frankfurt. 1956 erschien die Studie als Buch mit dem Titel „Er ist wie du“. Weiterhin war sie Mitherausgeberin der „Dokumente zur Geschichte der Frankfurter Juden 1933–1945“.

1959 erhielt sie den Leo-Baeck-Preis, der als höchste Auszeichnung des Zentralrats der Juden in Deutschland vergeben wird. In ihrem Todesjahr wurde sie an der damaligen Pädagogischen Hochschule Osnabrück als erste Frau in Deutschland auf einen Lehrstuhl für Politikwissenschaft berufen. In Frankfurt-Eschersheim existiert seit 1969 die nach ihr benannte Eleonore-Sterling-Straße, seit 2018 ebenfalls eine nach ihr benannte Straße in der Heidelberger Südstadt.

Die Sozial- und Politikwissenschaftlerin Dr. Birgit Seemann (geb. 1961) schrieb das Buch: Ein „feather weight champion Cassius Clay“ Eleonore Sterling (1925-1968). Deutsch-jüdische Kämpferin gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus (Reihe „Widerständige Frauen“, Band 16), Verlag Edition AV [= Avantgarde], Lich/Hessen 2013, 248 Seiten, ISBN: 978-3-86841-078-5, Preis: 18 Euro. Seit 2006 arbeitet Frau Dr. Seemann an dem von ihr mitaufgebauten Forschungsprojekt „Jüdische Pflegegeschichte“ an der Frankfurt University of Applied Sciences mit der bundesweit einzigen Website zur Sozialgeschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland.

 

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Datum

Jan 27 2020

Uhrzeit

20:00

Ort

Rathaussaal
Kategorie

Veranstalter

Initiative Stolpersteine