In wenigen Wochen werden die Bauarbeiten zum Neubau mehrerer Häuserreihen auf der Fläche des ehemaligen Möbelhauses Kirsch und dem Raiffeisenplatz beginnen. Dieser freie Platz konnte für Jahrzehnte als Parkplatzfläche angeboten werden, obwohl nicht in kommunalem, sondern Privatbesitz. Der Pachtvertrag wurde aufgrund des geplanten Bauvorhabens vor Kurzem gekündigt. Bald werden also die rund 50 öffentlich nutzbaren Parkplätze nicht mehr zur Verfügung stehen.

Auf dem Raiffeisenplatz entstehen 44 neue Wohnungen sowie ein bis zwei Gewerbeeinheiten. Für diese weisen die Bauherren die nach Landesbauordnung notwendigen Stellplätze in zwei Tiefgaragen nach. Die Zufahrt erfolgt dann von der Richard-Wagner-Straße beziehungsweise der Beethovenstraße. Zudem werden nach Fertigstellung der Bauarbeiten fünf neue, öffentliche Stellplätze (von Norden anfahrbar) auf dem Areal zur Verfügung stehen, obwohl seitens des Bauträgers hierfür keine rechtliche Verpflichtung besteht. Gleichzeitig sind in der Straße „Am Raiffeisenplatz“ weitere drei Längsparker eingeplant. Die Gemeinde Dossenheim hat im Vorgriff auf die neue Situation Flächen von der MVV OEG AG in der Beethovenstraße gekauft. Hier sollen weitere zehn PKW-Stellplätze entstehen. Zudem geht die Verwaltung aufgrund des Parkverhaltens davon aus, dass ein nicht unerheblicher Teil dort parkender Fahrzeuge nicht aus Dossenheim stammen und als Pendler den unmittelbar in der Nähe befindlichen OEG-Anschluss nutzen.

Die Gemeinde Dossenheim arbeitet bereits seit einigen Jahren mit dem Verkehrsplaner Tögel zusammen. Der sogenannte „Tögelplan“ ist hierbei zu einem feststehenden Begriff geworden und enthält Verbesserungsvorschläge für den innerörtlichen Fuß- und Radverkehr. Diese werden Schritt für Schritt und in Absprache mit der zuständigen Verkehrsbehörde konsequent umgesetzt und weiterentwickelt. Der Verkehrsplaner wurde jetzt von der Gemeinde beauftragt, ein Parkraumkonzept zu erarbeiten. Bereits im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsplatzes wurden hierzu erste Maßnahmen erarbeitet. Seither war die Parkdauer im Bangert, am Bahnhofsplatz und der Beethovenstraße zeitlich begrenzt. Dies soll fortgesetzt werden. Auch wird hierbei die Verkehrssituation von angrenzenden Gemeinden und der Stadt Heidelberg betrachtet. Eine singuläre Betrachtung Dossenheims ist nicht angezeigt, da die interkommunalen (Verkehrs-)Verbindungen hierfür zu intensiv sind.

Das Mobilitätsverhalten ändert sich und wird sich auch zukünftig ändern. Hierauf ist die Gemeinde Dossenheim vorbereitet und geht beispielgebend in der Nutzung von E-Autos und E-Bikes voran. Auch die Zahl der Car-Sharing Parkplätze hat sich sukzessiv erhöht. Zudem stehen daneben noch Fahrrad-Stationen von „VR-Nextbike“ als ideale Kombination zum ÖPNV zur Verfügung.

Momentan finden in Dossenheim zwei bürgerschaftliche Arbeitskreise zum Thema Mobilität statt. Sowohl Bürgermeister David Faulhaber als auch die Verwaltung im Ganzen arbeiten intensiv und vertrauensvoll mit diesen zusammen: „Es ist für mich von enormer Bedeutung unsere Bürgerinnen und Bürger bei einem bedeutenden Zukunftsthema wie der Mobilität direkt und unmittelbar zu beteiligen. Ich bedanke mich sehr für die hier gezeigte Motivation und fachliche Expertise.“ Neben der Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs wird zudem das Thema einer möglichen Neckarquerung sowie die Installation eines ehrenamtlichen Bürgerbusses erarbeitet.

Doch auch strukturell wird innerhalb der Verwaltungsorganisation reagiert: so wird im Bauamt in der kommenden Zeit ein zentraler Arbeitsbereich für die Themen „Umwelt, Energie und Mobilität“ eingerichtet. „Dadurch haben wir bedeutende Themen, welche nicht getrennt voneinander betrachtet werde können, in einem Bereich zusammengefasst. Durch diese Zentralisierung erwarte ich mir einen enormen Mehrgewinn in diesen bedeutenden Themen“, so Faulhaber abschließend.

Gerne würden wir in allen diesen Zukunftsthemen mit Ihrer bürgerlichen Expertise zusammenkommen und freuen uns immer auf konstruktive Vorschläge.

Jörg Ullrich, Fachbereich 2
Thomas Schiller, Fachbereich 3